Tino pai - Richtig gut!
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Das Eastcape

Die ersten Sonnenstrahlen - „To be the first who see the light of every new day.“

Unser Ziel war geklärt und die Segel gesetzt.
Nach einem zweiten Frühstück, bestehend aus den berühmten Fish&Chips der Bay of Plenty, ging es gen Osten. Durch Land, über Berge, an der Küste entlang. Hinter jeder Kurve entdecken wir eine neue Ecke von Neuseeand.
Ob Kuh oder Hund (auf der Straße) nichts kann uns aufhalten! Die Straßen werden enger, Städte werden kleiner und die Felder größer. Bis in die Nacht fuhren wir zum östlichsten Festland (grotesk, wenn man bedengt, dass Neuseeland aus 2 Inseln besteht, aber nun gut). Die letzten Kurven fuhren wir auf schottriger Piste, links die raue See und rechts steile Bergwände und eine Menge Possums. Endlich sahen wir unser Ziel! ..nunja wohl eher den Lichtkegel, den der weiße Leuchtturm in der Dunkelheit um sich wirft.
Plötzlich hörte die Straße auf. Nirgends ein Schild zusehn, wie man hoch auf den Leuchttum kommt. Also nochmal zurück.... Um uns erdrückende Dunkelheit, nur der Lichtkegel, der seine Runden dreht. Endlich(!) ein Schild, das den Weg nach oben mehr oder weniger beschreibt.
Der Wecker wurde auf eine Stunde vor Sonnenaufgang gestellt, damit auch genug Zeit bleibt um in der Dunkelheit den Berg, auf dem der Leuchtturm steht (wir wollens ja nicht zu einfach haben) zu erklimmen.
Hatte ich schon erwähnt, dass es etwas windig am East Cape war?
Uns pfiff der Wind um die Autonase. Das war eine kleine Stabilitätsprobe. Der Wind hatte unsere Ulli zu einem wackligen Tanz aufgefordert, er blies durch jede Ritze. Der Lärm war unerträglich und wir voller Angst im nächsten Moment in Meer geweht zu werden.

Die Erlösung, von leichtem Schlaf und der Angst abzuheben, kam als der Wecker endlich klingelte. Wir entschieden uns gegen die Wanderung zum Leuchtturm, der Sturm war uns nicht geheuer. Aber trotzdem wollten wir die ersten Sonnenstrahlen des Tages nicht verpassen. Der Motor wurde gestartet und wir suchten uns einen Platz in der ersten Reihe direkt am Meer. Glücklicherweise war es dort nicht ganz so windig, so konnten wir noch eine Stunde Schlaf finden. Verschlafen und durch eine beschlagene Heckscheibe sahen wir dann den ersten Sonnenaufgang auf Festland. Nur Minuten später waren wir wieder im Land der Träume. Das hatten wir uns schon ein wenig anders vorgestellt..

Einige Stunden später ging es weiter, das nächste Ziel war Gisborne, eine hostorische Stadt hier! „You see him here, you see him there, James Cook is everywhere.“ 1769 sah Cooks Begleiter Young Nick Land, die „Young Nicks Heads“. Gisborne is „the first landing place of James Cook in New Zealand.“
Wir hörten schon im Westen vom gruseligen Gang-Gisborne. Mit gemischten Gefühlen checkten wir in einen HolidayPark direkt am Meer ein. Bei strahlendem Wetter erkundeten wir die so überhaupt nicht gruselige Stadt.
Wir kletterten auf den Berg für eine grandiose Aussicht über Stadt und Bucht.
Am Abend gingen wir nach einer Runde höchst anspruchvollem Tennis ins Kino. Ein Kino aus Sitzsäcken, regionalem Wein und Pizza. Wir waren passend zu regionalen Dokumentarfilm-Festival in Gisborne, so konnten wir ein australisches Paar dabei begleiten, wie sie ihren Sohn in Indien suchen. Der Sohn wollte nicht gefunden werden, erst wollte er sich selbst finden. Ein Film ohne Happy-End, der Junge blieb verschwunden.

Der nächste Morgen sollte uns eine lustige Rutschfahrt bescheren.
Mit einem Boggieboard wollten wir den Rock Slide ausprobieren. Da es in den letzten Tagen geregnet hatte sah der Fluss sehr schnell aus. Nora hat sich nicht aufs Brett getraut, aber Pia stürzte sich in die Flut. Wortwörtlich, denn anstatt auf dem Boggieboard runter zu surfen wurde sie vom glitschigen Boden gerissen und machte die Rutschtur einfach auf ihrem Po und das Board nebenher.

Nach so viel Aufregung brauchten wir erstmal Entspannung. Auf dem Weg nach Napier führte uns unser Weg nach Morere. Hier sprudelt heißes Salzwasser aus dem Berg. Nach einem kurzen Spaziergang, konnten wir uns mitten im Djungel in einer heißen Wanne entspannen.
Wir blieben länger als erwartet im 30 Grad heißem Wasser, sodass wir uns dazu entschieden, den Weg nach Napier am nächsten Tag anzutreten und dem Sonnenaufgang noch eine Chance zu geben. Wir fuhren also nochmal Richtung Osten bis zum Meer und landeten in der Mahia Peninsula. Wir parkten die Ulli am Straßenrand, stellten den Wecker auf 5 a.m. und beendeten den wundervoller Tag mit einer Folge Breaking Bad.

Der Sonnenaufgang war atemberaubend!! Kein Wind, kein Leuchtturm und nur wir am Strand. Das war sicher einer der schönsten Momente hier. Und jetzt können wir auch behaupten, dass wir mal die ersten gewesen sind, die den Beginn eines neuen Tages beobachten konnten.

Kia Kaha!

Pia&Nora

15.9.13 02:17
 
Letzte Einträge: Weiter geht's!, Die Nationalparks Neuseelands Part 1


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